[5 Tipps] Standesamtliche Hochzeit fotografieren

Die Fotografie von standesamtlichen Hochzeiten ist das am schnellsten wachsende Segment der Hochzeitsfotografie, und es ist leicht zu erkennen, warum. Standesamtliche Trauungen haben es den Menschen ermöglicht, trotz Corona zu heiraten und gleichzeitig Geld für eine aufwendige Zeremonie zu sparen.

Oft sind Brautpaare aber nicht bereit viel Geld in die Hochzeitsfotografie beim Standesamt zu investieren. Umso häufiger werden Freunde und Bekannte um Hilfe gebeten, die schönsten Momente festzuhalten. So sind standesamtliche Hochzeiten oft ein guter Weg, um Erfahrungen als Hochzeitsfotograf zu sammeln.

Die Verantwortung schöne Hochzeitsfotos festzuhalten ist dabei nicht weniger gering und so stellt sich die Frage: Was muss ich beim Fotografieren auf einer standesamtlichen Hochzeit beachten?

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Das Hochzeitsfotografie Collective ist ein Ort für all die, die sich für die Hochzeitsfotografie interessieren. Egal ob du Profi bist oder dich vor deiner ersten Hochzeit schlaumachen willst, wir geben dir wertvolle Tipps! Lass uns neues lernen und gemeinsam wachsen!

In diesem Text erwarten dich die besten Tipps zum Fotografieren einer standesamtlichen Hochzeit! Lass uns also nicht länger drum herumreden, sondern direkt beginnen!

Was muss ich beim Fotografieren auf einer standesamtlichen Hochzeit beachten?

Eine standesamtliche Hochzeit ist zum Fotografieren eine besondere Herausforderung, denn hier gelten die Regeln des Standesamts. Natürlich sind die Gegebenheiten von Standesamt zu Standesamt unterschiedlich, aber einige grundlegende Dinge gelten fast überall.

Am besten ist es, wenn du ein paar Tage vor der Hochzeit oder am Hochzeitstag selbst kurz mit dem zuständigen Standesbeamten sprichst. Er oder sie wird dir genau sagen können, welche Regeln zu befolgen sind.

Die aufgestellten Regeln solltest du auf alle Fälle befolgen, denn im schlimmsten Fall würde sonst die Trauung unterbrochen werden, um dich zu Recht zu weisen. Diese peinliche Situation solltest du vor allem dem Brautpaar ersparen.

Wenn dies deine erste Hochzeit ist, dann schau unbedingt in unserem Beitrag „Wie fotografiere ich eine Hochzeit“ vorbei.

Welche Regeln gelten denn nun in den meisten Standesämtern?

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Blitzen im Standesamt

In vielen Standesämtern ist das Blitzen untersagt. Meist beruht diese Regel auf negativen Erfahrungen mit Fotografen, die während der standesamtlichen Hochzeit hunderte Blitzfotos aufgenommen haben. Dies stört natürlich die Stimmung und den Ablauf.

Du solltest also damit rechnen, dass du im Standesamt nicht mit Blitz arbeiten darfst!

Die meisten Standesämter haben aber große Fensterfronten, sodass du auch an bewölkten Tagen gut mit dem natürlichen Licht arbeiten kannst. Hierbei helfen dir lichtstarke Objektive, mit einer großen Blendenöffnung. Welche Brennweiten für das Standesamt ideal sind, dazu kommen wir später.

Ist das Fotografieren mit Blitz im Standesamt erlaubt, dann greife unbedingt auf ein externes Blitzgerät zurück. Viele Kameras bieten zwar einen eingebauten Blitz, dieser hat aber zu wenig Power und verursacht den „rote Augen“ Effekt. Mit einem externen Blitz kannst du schnellere Bildfolgen aufnehmen, da der Blitz sich schneller wieder auflädt.

Wenn das Trauzimmer eine helle Decke hat, dann kannst du sogar indirekt blitzen. Richte hierfür das externe Blitzgerät einfach in Richtung Decke. Da du nun nicht mehr direkt auf die Menschen blitzt, sondern das Licht von der Decke abgestrahlt wird, erhältst du weicheres Blitzlicht. Das Standesamt wird so durch den Blitz einheitlicher ausgeleuchtet und du vermeidest Schlagschatten.

Mehr Tipps zum Equipment & den passenden Kameraeinstellungen für die Hochzeiten findest du in unserem Guide.

Tonaufnahmen im Standesamt

Hochzeitsvideos werden immer beliebter und einige Fotografen nehmen nebenbei kleine Clips des Hochzeitstags auf. Oft sind Tonaufnahmen im Standesamt aber untersagt. Hierzu gibt es kein allgemeines Verbot, sondern es hängt vom jeweiligen Standesbeamten ab.

Da Videos auch den Ton aufnehmen, könnte dieses Verbot auch dich treffen.

Hierbei geht es ausdrücklich nicht um das Bewegtbild, sondern um die Aufzeichnung des gesagten. Wenn du vorhattest ein Video aufzunehmen und dies dir untersagt wird, dann erspare allen Anwesenden jede weitere Diskussion. Die Regeln einer standesamtlichen Hochzeit werden nicht von dir gemacht und ein Streit mit dem Standesbeamten macht niemanden glücklich.

Störe den Ablauf so wenig wie möglich

Als Fotograf hast du beim Standesamt eine wichtige Aufgabe. Noch wichtiger ist aber, dass die Trauung möglichst ungestört ablaufen kann. Die Standesbeamtin und das Brautpaar werden dir danken, wenn du folgende Dinge berücksichtigst:

  • Deaktiviere die Signaltöne deiner Kamera – vermeide alle unnötigen Töne
  • Fotografiere nach Möglichkeit lautlos – nutze hierfür den elektronischen Verschluss deiner Kamera, aber sei bei Kunstlicht vorsichtig, um unschönes Flackern in den Bildern zu vermeiden
  • Bewege dich wenig und leise – verschiedene Bildwinkel sind toll, aber laufe nicht ständig von einer Ecke in die andere
  • Halte dich mit Anweisungen zurück – im Standesamt geht es nicht um dich, greife daher nicht in den Ablauf der Trauung ein
Das Standesamt in Freising.

Treffe genaue Absprachen und halte dich daran

Egal ob du Profi bist oder die Hochzeit von Freunden fotografierst, eines ist ganz besonders wichtig! Du musst vor der Hochzeit klare Erwartungen setzen! Die größte Enttäuschung entsteht immer dann, wenn eine Erwartung nicht erfüllt wird und Bräute haben oft sehr hohe Erwartungen.

Vor der Hochzeit gilt es daher alle wichtigen Dinge zu besprechen und idealerweise auch schriftlich festzuhalten. Wenn du dich später an diese Vereinbarungen hältst, dann bist du schon so gut wie auf der sicheren Seite.

Oft ist es zum Beispiel so, dass das Brautpaar die Bilder schon sehr kurz nach der Hochzeit erwartet. Auch bei einer standesamtlichen Hochzeit entstehen hunderte Bilder, welche von dir gesichtet, sortiert, bearbeitet und hochgeladen werden müssen. Dies braucht Zeit. Mache dem Brautpaar deshalb schon vor der Hochzeit klar, dass für dich als Fotograf die Arbeit erst nach der Hochzeit beginnt und sage ganz deutlich, wann sie ungefähr mit den Bildern rechnen können.

Welche Absprachen solltest du vor einer standesamtlichen Hochzeit unbedingt treffen?

Eine Hochzeit zu fotografieren klingt zunächst sehr einfach. Du fährst zum Standesamt, hast deine Kamera dabei, machst Fotos und gibst diese später dem Brautpaar. So ist der Idealfall, aber auch hier gibt es bei genauer Betrachtung viele Fragen:

  • Von wann bis wann sollst du das Brautpaar begleiten?
  • Wo beim Standesamt trefft ihr euch?
  • Wie hoch ist deine Bezahlung?
  • Wann und wie wird gezahlt?
  • Wie viele Bilder sind zu erwarten?
  • Art und Zeitpunkt der Bildübergabe
  • Ausfall der Hochzeit / des Fotografen wegen Krankheit
  • Darfst du die Bilder für Eigenwerbung nutzen?
  • und noch vieles mehr…

Auf der sicheren Seite bist du mit einem Vertrag für die Hochzeitsfotografie. Speziell hierfür gibt es sogar Vertragsvorlagen, welche du ganz einfach anpassen kannst. Wir haben über Musterverträge für Hochzeitsfotografie einen extra Beitrag.

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Wenn du die Hochzeit von Freunden oder eines Familienmitglieds fotografierst, dann reicht es eventuell auch diese Absprachen mündlich zu treffen.

Wie kommunizierst du schnell und sicher?

Du solltest dir das Leben einfach machen und mit jedem Brautpaar nur über einen Kanal kommunizieren, egal ob dies WhatsApp, E-Mail oder sonst ein Programm ist. So hast du schnell alle Nachrichten im Blick und kannst nochmal fehlende Infos ermitteln.

Kompliziert wird es, wenn du eine bestimmte Info suchst und nicht mehr weißt in welchem Messenger sie geschrieben stand.

Wenn du zu lange brauchst, um E-Mails zu schreiben, dann schaue dir gerne unsere E-Mail-Vorlagen an. Sie sind speziell für die Hochzeitsfotografie geschrieben. Wir nutzen sie sogar selbst und sparen so jede Menge Zeit und Energie.

Im Shop findest du ein großes Paket, mit mehr als 25 E-Mail-Vorlagen. So bekommst du direkt für die häufigsten Fragen die vorformulierten Antworten. Beende die Wortakrobatik und konzentriere dich wieder auf die wichtigen Dinge.

Welche Brennweite im Standesamt?

Eine standesamtliche Hochzeit zu fotografieren wird dich vor gewisse Herausforderungen stellen, weshalb du dir vorher einige Gedanken zu den passenden Objektiven machen solltest. Die Auswahl der Brennweite hängt natürlich vom jeweiligen Trauzimmer ab.

Versuche vor der Hochzeit einen Eindruck vom Trauzimmer zu bekommen. Meist ist eine persönliche Besichtigung nicht möglich, aber im Internet wirst du bestimmt Bilder finden.

Um das passende Objektiv zu finden, musst du dir Gedanken über die Brennweite und Blende machen. Da die meisten Standesämter eher eng und klein sind, wirst du wahrscheinlich keine großen Teleobjektive benötigen. Wie bereits weiter oben angesprochen, ist oft das Fotografieren mit Blitz untersagt. Daher solltest du Wert auf lichtstarke Objektive legen. Diese haben eine große Blendenöffnung und ermöglichen es dir auch in dunklen Räumen noch gut zu fotografieren.

Im Standesamt bietet es sich daher an ein 35 mm oder 50 mm Objektiv zu nutzen. Diese Festbrennweiten haben größere Blendenöffnungen als das Standard-Kit-Objektiv. So kannst du länger ohne Blitz fotografieren, ohne die ISO zu hochzuschrauben. Genau das ist der Vorteil von Festbrennweiten, nicht nur für standesamtliche Hochzeiten, sondern in jeder dunklen Situation.

Ein Zoom Objektiv bietet dir natürlich mehr Spielraum, wenn es um die verschiedenen Blickwinkel geht. Ohne dich zu bewegen, kannst du rein- oder rauszoomen und verschiedene Situationen zeigen. Wenn du mit einer Festbrennweite zunächst das Brautpaar am Tisch und dann die Gäste weiter hinten fotografieren willst, musst du das Objektiv wechseln. Mit einem 24-70 mm Objektiv wirst du in vielen Standesämtern alle Momente gut einfangen können.

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Unsere Empfehlungen für die passende Brennweite im Standesamt:

50 mm Festbrennweite

Nicht nur beim Standesamt ist das 50 mm Objektiv eins unserer absoluten Lieblinge. Die hohe Lichtstärke ermöglicht es den Hintergrund unscharf verlaufen zu lassen, was atemberaubende Porträts ermöglicht. Oft passen die 50 mm zudem extrem gut, wenn du über die Schulter des Standesbeamten fotografierst. So kannst du zum Beispiel den Ringtausch im Standesamt perfekt einfangen.

24-70 mm Zoom Objektiv

Wenn du flexibler bleiben möchtest, dann bietet sich das 24-70 mm Zoom-Objektiv an. Von einer Aufnahme des ganzen Raums bis hin zu Nahaufnahmen der Gäste kannst du alle Bilder machen, ganz ohne das Objektiv wechseln zu müssen. Dieses Objektiv gibt es auch mit einer hohen Lichtstärke von 2.8, was dir am langen Ende der Brennweite ermöglicht Personen gut freizustellen.

35 mm und 85 mm

Je nach Raumgröße bietet es sich bei einer standesamtlichen Hochzeit an, dass du das 50 mm Objektiv mit einem 35 mm oder 85 mm Objektiv ergänzt. Die etwas weitere bzw. nähere Brennweite ermöglicht es dir mehr vom Ganzen zu zeigen bzw. Nahaufnahmen der Personen anzufertigen.

Weitwinkel Objektiv für Übersichtsaufnahmen

Viele Brautpaare wünschen sich auch Hochzeitsfotos, welche den ganzen Raum zeigen. Hierfür benötigst du ein entsprechendes Weitwinkelobjektiv. Bei den meisten Kameras gibt es als Standard-Kit-Objektiv ein 18-55 mm, welches sich dafür bereits gut eignet.

Auch in der Stadt lassen sich kreative Aufnahmen machen.

Was alles im Standesamt fotografieren?

Wenn du an eine standesamtliche Hochzeit denkst, dann kommen dir bestimmt einige Bilder in den Kopf: das Brautpaar beim Ringtausch, der erste Kuss oder der erste Schritt als Ehepaar auf die Straße.

Die Highlight-Momente des Hochzeitstags sind wichtig, aber gute Hochzeitsfotos bestehen aus einer Mischung der großen und kleinen Momente.

Lass uns also den typischen Ablauf beim Standesamt durchspielen und schauen, was es zu beachten gibt.

Den Überblick über einen ganzen Hochzeitstag findest du in unserem Guide zur Hochzeitsfotografie!

Eintreffen der Gäste

Bereits vor der Trauung gibt es viel zu fotografieren. Beim Eintreffen der Gäste solltest du unbedingt schon vor Ort sein. In diesem Moment liegt immer eine ganz besondere Spannung in der Luft. Viele Gäste sehen sich nach langer Zeit wieder oder vielleicht ist es sogar das erste Mal, dass die Familien sich kennenlernen. Alle freuen sich auf die gemeinsame Zeit und sind aufgeregt wie die Braut aussehen wird.

Wenn du hier nicht zu aufdringlich bist, kann sich diese Sympathie über den ganzen Tag bezahlt machen. Denk daran, dass es für viele Menschen ungewohnt ist fotografiert zu werden. Versuche den Gästen also nicht direkt in den ersten Minuten die Kamera direkt ins Gesicht zu halten. Halte dich hier noch etwas zurück und starte mit den Close-up-Bildern erst später.

Mache unbedingt auch einige Bilder des Gebäudes und der Straße, in der das Standesamt gelegen ist.

Trauung im Standesamt

Die Trauung ist das Highlight des Hochzeitstags. In den großen Städten wird die standesamtliche Trauung oft ohne viel Liebe durchgeführt und dauert mancherorts nicht länger als 10 Minuten. Fotografierst du hingegen in einem ländlichen gelegenen Standesamt, so erwartet dich eventuell eine Zeremonie, die bis zu 45 Minuten dauern kann.

Bei der Trauung ist es wichtig, dass du die Emotionen des Brautpaars einfängst. Höre also der Standesbeamtin zu und versuche zu erahnen, wann sich ein Witz anbahnt. Nutze diese Momente, um Bilder zu machen, auf denen das Brautpaar nicht bloß dasitzt, sondern lacht, weint oder sonst eine Gefühlsregung zeigt.

Auch wenn du Momente wie den Ringtausch und den ersten Kuss nicht verpassen darfst, so solltest du auch den Gästen Aufmerksamkeit schenken. Versuche mit einer längeren Brennweite einzelne Gäste bzw. Paare zu fotografieren. Versuche auch hier wieder Momente festzuhalten, in denen die Menschen eine Regung zeigen.

Denke daran auch eine Übersichtsaufnahme zu machen und vielleicht hast du auch die Chance das leere Trauzimmer zu fotografieren.

Glückwünsche vor dem Standesamt

Ein sehr wichtiger Moment ist der erste Schritt des Brautpaares vor das Standesamt. Als Ehepaar treten sie so in die Öffentlichkeit und werden fast immer von einem Spalier oder dem Werfen von Blüten empfangen. Die Stimmung ist gelöst und alle freuen sich, dass alles so reibungslos klappt.

Diese Momente darfst du auf keinen Fall verpassen! Versuche also einige Schritte vor dem Brautpaar das Standesamt zu verlassen. Dieser kleine Vorsprung ermöglicht es dir dich vor dem Standesamt zu platzieren. So weißt du auch schon, was es zu erwarten gibt und was die Freunde des Paares vorbereitet haben.

Versuche auch hier wieder den Fokus nicht allein auf das Brautpaar zu legen. Fotografiere auch immer wieder die Reaktionen und Freude der Gäste. Über diese Bilder wird sich das Brautpaar später sehr freuen!

Fotoshooting mit dem Brautpaar

Vielleicht nimmt sich das Brautpaar noch die Zeit und zieht für ein paar Fotos mit dir los. Hier ist es wichtig, dass ihr bereits vorher besprochen habt, wie viel Zeit euch zur Verfügung steht, denn ein Hochzeitstag ist oft eng getaktet. Natürlich ist es deine Aufgabe, die Zeit im Blick zu behalten und das Brautpaar rechtzeitig wieder zurückzubringen.

Im Idealfall hast du bereits einen Ort für das Fotoshooting gefunden und persönlich erkundet. Von Jahreszeit zu Jahreszeit und natürlich auch zu unterschiedlichen Tageszeiten wirken Orte ganz unterschiedlich. Bedenke hier auch, dass es regnen könnte. Ein Plan B hat noch nie geschadet.

Probiere hier mit verschiedenen Brennweiten die Bilder aufzunehmen, um unterschiedliche Bildlooks zu erzeugen. So kannst du auch an nur einem Ort ganz unterschiedliche Bilder aufnehmen und eine reiche Bildserie erstellen.

Das Brautpaar sollte sich natürlich immer wohlfühlen. Wenn sie zu sehr verkrampfen, dann werden sie die Bilder auch nicht zu schätzen wissen. Mache ihnen daher keinen Druck, sondern bestärke sie. Sage ihnen wie wundervoll sie aussehen und dass ihr genug Zeit habt schöne Bilder zu machen. Wenn du ein besonders schönes Bild gemacht hast, dann zeig es ruhig dem Brautpaar. Das kann helfen ihr Selbstbewusstsein aufzubauen und dir noch bessere Fotos ermöglichen.

Kameraeinstellungen beim Standesamt

Vor deiner ersten Hochzeit solltest du bereits mit deiner Kamera vertraut sein. Im Standesamt solltest du nicht nach Einstellungen im Menü deiner Kamera suchen müssen. Außerdem solltest du in der Lage sein in unterschiedlichen Situationen scharfe und korrekt belichtete Bilder aufzunehmen. Die Brautpaare verlangen nicht weniger als perfekte Bilder. Lass uns also einige Grundlagen zu den Kameraeinstellungen für eine standesamtliche Hochzeit besprechen.

Bewährt hat es sich im Modus Blendenpriorität zu fotografieren. Dieser ist bei den meisten Kameras als A bzw. Av bezeichnet. Hier kannst du aktiv die Blende wählen und so Einfluss auf die Tiefenschärfe im Bild nehmen. Während du beim Brautpaarshooting die Blende ganz öffnen kannst, um den Hintergrund möglichst unscharf zu stellen, solltest du zum Beispiel bei Gruppenbildern genau das Gegenteil tun.

Wähle eine Blende zwischen 1.8 und 5.6, je nach Situation. Wenn du die Blende weiter schließt, um mehr Tiefenschärfe zu erhalten, musst du darauf achten, dass die Verschlusszeit kurz genug für scharfe Bilder bleibt. Dies kannst du durch das Anpassen der ISO tun.

Die ISO sollte zwischen 100 und 1.600 liegen. Moderne Kameras bieten dir eine ISO von bis zu 52.000 und mehr, jedoch lässt dann die Bildqualität stark zu wünschen übrig. Tagsüber solltest du im Bereich von ISO 100 bis 800 super zurechtkommen. Wichtiger ist, dass Blende und ISO direkten Einfluss auf die Verschlusszeit haben.

Stelle mit einer kurzen Verschlusszeit von mindestens 1/250 Sekunde scharfe Bilder sicher! Bei zu langen Verschlusszeiten drohst du die Bilder zu verwackeln oder zu viel Bewegungsunschärfe einzufangen. Denk daran, dass je länger die Brennweite ist, die Verschlusszeit kürzer sein muss, um alles scharf aufnehmen zu können.

Vertraue beim Autofokus nicht der Automatik. Wähle am besten selbst den passenden Autofokuspunkt aus, anstatt die Kamera aus allen möglichen AF-Punkten wählen zu lassen. Nutze außerdem idealerweise den AF-S Modus, also den Einzelbild-Autofokus. Allzu viel Bewegung wirst du bei einer standesamtlichen Hochzeit nicht vor der Kamera haben.

Nehme nach Möglichkeit im Serienbildermodus auf. So erhöhst du die Chancen, zum Beispiel beim ersten Kuss im Standesamt, den perfekten Moment festzuhalten.

Wenn du bisher nur im Automatikmodus deiner Kamera fotografiert hast und mit den Ergebnissen zufrieden bist, dann solltest du nicht auf der Hochzeit anfangen in der Halbautomatik oder gar dem manuellen Modus zu fotografieren! Bleib hier auf der sicheren Seite und mache keine Experimente.

Die eigentliche Arbeit beginnt erst nach der Hochzeit: Bilder sortieren und bearbeiten

Schnelle & einheitliche Bildbearbeitung

Fast immer wird die Arbeit nach der Hochzeit unterschätzt. Jetzt gilt es hunderte, wenn nicht gar tausende Bilder zu sichten, sortieren und bearbeiten. Außerdem soll dies möglichst schnell passieren, damit die Bilder dem Brautpaar nach kurzer Zeit zur Verfügung stehen. Für diese Arbeit gibt es einige Abkürzungen und diese wollen wir dir heute verraten!

Das wichtigste überhaupt ist, dass du im RAW-Format fotografierst! Bilder im RAW-Format beinhalten im Gegensatz zum JPEG-Format deutlich mehr Informationen und lassen sich so flexibler bearbeiten. Du kannst dank des RAW-Formats die Belichtung großzügig nach oben und unten korrigieren und den Weißabgleich beliebig anpassen.

Wenn du die Bilder im RAW-Format aufnimmst bedeutet dies jedoch auch, dass du später am PC jedes einzelne Bild digital entwickeln musst. Die meisten Hochzeitsfotografen nutzen für diesen Schritt Adobe Lightroom. Das Programm bietet dir die Möglichkeit nahezu jeden Aspekt des Bildes anzupassen. Leider führen die vielen Regler und Möglichkeiten in Lightroom immer wieder zu Irritationen.

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Anstatt bei jedem Bild wieder bei null zu beginnen, kannst du dir Vorgaben speichern. So kannst du diese zu einem späteren Zeitpunkt auf ein anderes Bild anwenden. Wenn du also ein Bild zu deiner Zufriedenheit bearbeitet hast, dann speichere dir die Vorgaben als neues „Preset“ ab.

Falls du dich fragst, wie die professionellen Hochzeitsfotografen ihre einzigartigen Bildlooks erstellen, dann sind ebenfalls Presets die Antwort. Mit Presets wirst du deinen Workflow deutlich beschleunigen und gleichzeitig einen einheitlichen Bildlook erzeugen! Viele Profifotografen verkaufen ihre Presets und geben dir so direkten Zugriff auf ihre Bildlooks.

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Wenn du die Bilder fertig bearbeitet hast ist es wichtig, dass du diese schnell und unkompliziert dem Brautpaar zur Verfügung stellst.

Die fertigen Bilder kannst du entweder per CD oder USB-Stick dem Brautpaar zusenden oder du erstellst für sie eine Online Galerie. Der Vorteil einer Online Galerie ist, dass du nicht zur Post brauchst und so die Bilder unmittelbar zur Verfügung stellen kannst. Die Galerien sind passwortgeschützt und präsentieren deine Bilder in einem modernen Design.

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2 Comments

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag zum Fotografieren einer Standesamtlichen Hochzeit. Gut zu wissen, dass man dort meist nicht mit Blitz arbeiten darf und dies dringend beachten sollte. Ich soll für meine Freundin den Hochzeitsfotograf machen, daher wollte ich mir hier einige Tipps holen.

  2. Vielen Dank für den Artikel! Ich bin aktuell dabei, mich in Hochzeitsfotografie weiterzubilden. Nun wurde ich vor kurzem für einen Auftrag im Standesamt angefragt. Daher ist es gut zu wissen, dass sich dort der Modus Blendenpriorität bewährt hat – das hilft mir sicherlich in der Vorbereitung!

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